© 2019 ruby. ag, Djamila Grossman, Kubomotion

AUF EIN WORT

Der weisse Mann – er ist schon fast zum Sprichwort geworden. Und zum Synonym für die Ewiggestrigen. Er konzentriert die Macht in seinen Händen und wehrt sich dagegen, sie abzugeben. Er dominiert Chefetagen und Parlamente, ist allgegenwärtig in den Medien mit Krawatte und Anzug. Ständig redet der weisse Mann, erklärt uns die Welt, dirigiert sie.

Doch jetzt steht er unter Beschuss. Durch all jene, die ihren Anteil an der Macht und mehr Rechte für sich einfordern. Jene, die nicht dem stereotypen Bild des weissen, heterosexuellen Manns entsprechen. Nun wird ihm nachgesagt, er sei ein Auslaufmodell. Vom Aussterben bedroht. Er, die Krone der Schöpfung, bäume sich noch ein letztes Mal auf, bevor er in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Doch wer ist eigentlich dieses seltsame Wesen wirklich, dieser weisse Mann? Was ist sein natürliches Habitat? Was braucht er zum Überleben? Und was bedroht ihn?

Wir haben ihn gefragt und zugehört. Sind dem weissen Mann in seine Welt gefolgt und haben ihn beobachtet. Wird er überleben?

Wir haben Hoffnung für ihn. Wenn auch er anfängt, zu fragen und zuzuhören. Wenn der weisse Mann sich dazu entschliesst, sich zu emanzipieren und ein neues Selbstbild zu schaffen. Und wieder Selbstvertrauen schöpft fernab von Stereotypen, in die er selbst gar nicht richtig passt.